Fast schon magisch sprechen wir die Abkürzung, die für den neuen Mobilfunkstandard steht, aus. Schneller, besser und stabiler soll das Netz mit 5G werden. Während die Chinesen fleißig an 6G arbeiten, ist bei uns noch nicht allzu viel passiert. Nun könnte man behaupten, Corona habe für eine Unterbrechung gesorgt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich gibt es zahlreiche Gründe, die 5G derzeit behindern. Neben den unterschiedlichen Viren, sind es vor allem Bürgerbewegungen, die sich massiv gegen den Ausbau auflehnen. Teilweise wird behauptet, dass durch die Strahlen Vögel und sogar Menschen sterben. Einige sprechen sogar von Gedankenkontrolle. Gewiss, wenn ein Staat die Möglichkeiten zur Kontrolle unserer Gedanken hätte, würde er das sofort umsetzen. Doch soweit sind wir noch nicht. Dennoch nehmen die teilweise absurden Behauptungen weiter zu und verhindern in vielen Regionen den weiteren Ausbau. Das ist aber nicht das einzige Problem.

5G – Hardware Mangelware

Selbst wenn 5G ausgebaut sein sollte, braucht es die richtige Hardware. Das betrifft alle mobilen Endgeräte, aber eben auch Router und Co. Zwar ist mit den alten 4G (LTE) Geräten bereits im 5G Netz ein deutlicher Anstieg der Geschwindigkeit zu bemerken, allerdings kann mit der alten Technik nur ein Kleinstteil genutzt werden. Neue Hardware in diesem Bereich ist noch Mangelware. Es gibt auf dem Markt derzeit nur wenige Geräte, die Auswahl ist insgesamt bescheiden. Erst 2022 könnte sich das langsam ändern. Bislang macht es für viele Hersteller auch wenig Sinn, neue Geräte zu produzieren, die nur von einem kleinen Teil gekauft werden. Bis 5G dann weltweit ein Thema ist, wären diese bereits wieder veraltet.

In Russland entdecken wir ein ähnliches Bild. Dort ist es aber vor allem das Militär, das einen Teil des Frequenzspektrum für sich beanspruchen möchte und durch diesen Streit den Ausbau verzögert.

Seit 2019

Mitte 2019 (19.03 – 12.06) fanden die Versteigerungen der 5G Frequenzen hierzulande statt. Vodafone und die Telekom haben kurz danach bereits erste Antennen (Köln, München, Berlin) aktiviert. Letztere wollte bis 2020, 99 Prozent der Bevölkerung mit mindestens 50 Mbit/s versorgt haben und diese bis Ende 2022 auf bis zu 100 Mbit/s verdoppeln. Wurde noch ehemals von einer flächendeckenden Ausbauvariante gesprochen, wurde dieses mittlerweile von allen Betreibern relativiert.

Macht 5G wirklich Sinn?

Darauf gibt es nur eine Antwort. JA. Sowohl für die Industrie (digitale Fabriken, autonomes Fahren, etc.), als und eben für den privaten Anwender. Downloads und Streamings in Echtzeit, Augmented Reality für das Smartphone. Natürlich hat das ganze auch seine Tücken. Die 5G-Technologie hat viele Vorteile, wird aber auch die Nutzung völlig verändern. Künftig wird es keine Festplatten mehr geben, alles wird in der Cloud gespeichert, blitzschnell. Auch die Software kommt aus der Cloud. Vielfach ist das ja heute so. Für den Nutzer ist die Anwendung stabiler und schneller, letztlich aber auch teurer. Denn die Software muss natürlich jährlich bezahlt werden. Undenkbar sind dann Angebote, wie wir sie heute noch kennen. Software, die einfach auf der Festplatte installiert wird und nur einmal bezahlt werden muss, dafür aber unendlich genutzt werden kann, wird es dann nicht mehr geben.

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